Karsten Rohrbeck - Orientierung im Kunsthaus

In meiner Abschlussarbeit gestaltete ich ein Orientierungssystem für und zusammen mit Menschen mit geistiger Beeinträch tigung, namentlich den Mitarbeitern der Werkstatt Allerhand in Köln. Das entstandene Leitsystem − bestehend aus Schattenriss- Szenerien und schriftsprachlichen, numerischen sowie farblichen Orientierungselementen − ist für jedermann intuitiv verständlich. Aufgrund ihrer alltagsnahen Abbildhaftigkeit bieten die Schattenrisse größtmöglichen Wieder-Erkennungswert. Eine neue Zeichensprache muss nicht erlernt werden. Auch die Schrift- und Farbwahl, der Kontrast und die Abbildungsgröße folgen dem Kriterium der bestmöglichen Differenzierbarkeit und also Erkennbarkeit auch für Menschen mit unterschiedlichen Wahrnehmungsbesonderheiten. Wohlbefinden durch selbstbestimmte Mobilität wird so für die Mitarbeiter der Werkstatt in ihren Arbeitsräumen möglich.

Hintergrund
Bei ›Allerhand‹, der kreativen Werkstatt der Gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH, werden unter der Leitung von Jutta Pöstges seit nunmehr achtzehn Jahren künstlerisch begabte Menschen mit Behinderung (Mitarbeiter) entsprechend ihrer Neigung gefördert. Es entstehen Bilder, Skulpturen, Geschirr, Kleinmöbel oder Mosaike, für den hauseigenen Laden und für Ausstellungen. Der baldige Umzug des Unternehmens in die Kölner Südstadt soll als Anlass genommen werden, das visuelle Erscheinungsbild entsprechend dem aktuellen Selbstverständnis als ernstzunehmendes ›Kunsthaus‹ neu zu gestalten. Als ersten Schritt in diese Richtung habe ich zusammen mit den Mitarbeitern der Werk- statt ein Orientierungssystem für die neuen Räumlichkeiten Kartäuserwall 18 entworfen. Es war mir wichtig, die Mitarbeiter bei diesem Prozess als ›Experten in eigener Sache‹ ernst zu nehmen und sie an der Gestaltung ihrer