Philipp Rose – Illusion
Illusion
Illusionen fordern auf, die Wahrheit dahinter zu entdecken. Sie lassen den Betrachter glauben, dass das was er wahrnimmt wirklich existiert und in eben jenem Augenblick geschieht – die Umwelt wird interessant und abwechslungsreich. Durch die mit der Illusion zusammenhängende Verspieltheit erscheinen Produkte außergewöhnlich und erzeugen eine emotionale Bindung.
Ziel der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Methoden und Prinzipien der Illusion zu erforschen und damit zusammenhängende Techniken als Gestaltungsgrundlage zu identifizieren und anzuwenden.
Inhalt
Illusion ist der Moment, in dem die subjektive Wahrnehmung einen Zustand für etwas hält, was er unter anderen Umständen nicht wäre – die leitende Definition.
Die menschliche Wahrnehmung und die damit zusammen-hängenden Prozesse sind manipulierbar und stellen die Voraussetzung einer Illusion dar. Das menschliche Gehirn lernt ständig hinzu und speichert Informationen ab, auf welche der Wahrnehmungsapparat zurückgreift. Illusionen irritieren durch die Darstellung des Unmöglichen oder Unerwarteten. Dies geschieht durch die Veränderung des bekannten Eigenschaftportfolios einer Sache – dem Gelernten. Ausgangspunkt einer Illusion ist somit immer das Bekannte.
Basierend auf den natürlichen Phänomenen, wie Reflexion, Licht und Schatten und dem Mimikry-Effekt oder auf Grundlage technischer Finessen wurden unterschiedliche illusionistische Produkte und Objekte in Kunst und Design entwickelt.
Konzeption
Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem theoretischen Teil werden in eine Matrix übersetzt. Das abgeleitete Schema stellt in der Anwendung die Grundlage zur Konzeption dar. Durch die Veränderung von Materialität, Materialkondition, der Lage eines Objekts im Raum, der Nutzungsbewegung oder einer Funktionsverschiebung können Illusionen konzipiert werden. Mit Hilfe des oben erwähnten Schemas entstehen in der Auseinandersetzung mit der Thematik drei exemplarische Designkonzepte.
Résumé
Illusionen im Design sind als ästhetisches Gestaltungsmittel zu verstehen, das es unter anderem ermöglicht, neben der Irritation und Sensibilisierung der Wahrnehmung durch die Darstellung des Unerwarteten, emotionale Bedürfnisse zu erfüllen.
Designer beschäftigen sich damit, einer Funktion oder einem Inhalt eine Form zu geben. Form Follows Function – der berühmte Satz des Architekten Louis Sullivan – impliziert, dass sich die Gestaltung einer Sache immer an seiner Funktion orientiert und maßgebend für die Formgebung ist. Gerade aus konstruktivistischer Sicht ist dies jedoch nur bedingt möglich, da die subjektive Wahrnehmung immer ein Konstrukt des Verstandes bleibt. Genau wie die Funktion müssen auch der Mensch und der Ort, an dem das Produkt genutzt werden soll, bedacht werden und man sich darüber klar werden, dass auch der Gestaltungsprozess der subjektiven Wahrnehmung unterliegt – Form Follows Illusion.